Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe "Fachgespräche in der Jugendhilfe" lud die KJSH-Stiftung am 2.05.2017 nach Kiel zur Fachtagung ein. Mitveranstalter waren:

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Referentin: Britta Sievers, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der IGfH im Care-Leaver-Projekt von IGfH/Universität Hildesheim

Unterstützungsmodelle für "Care Leaver"

Care Leaver sind junge Menschen, die einen Teil ihres Lebens in öffentlicher Erziehung – z. B. in Wohngruppen oder Pflegefamilien - verbracht haben und sich am Übergang in ein eigenständiges Leben befinden. In der Mehrzahl der Fälle enden die ihnen gewährten Hilfen zur Erziehung mit der Volljährigkeit. Junge Menschen, die in ihrem familiären Umfeld aufwachsen, erhalten in vielen Fällen jahrelange elterliche Unterstützung bei der Berufsfindung, in der Schule und Ausbildung sowie bei der Suche nach einer eigenen Wohnung. Die in Heimen oder Pflegefamilien aufgewachsenen Jugendlichen sind ungeachtet ihrer biografischen Belastungen mit 18 Jahren häufig völlig auf sich allein gestellt. Bei der Bewältigung ihres eigenständigen Lebens und der Sicherung ihrer Existenz stehen sie vor gesetzlichen, ökonomischen und sozialen Hürden, die sie ohne Unterstützung und private soziale Netzwerke kaum bewältigen können. Dadurch wird auch das bisher z.T. mit hohen Kosten Erreichte wieder gefährdet.

Die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V. und die Universität Hildesheim widmen sich seit 2012 in mehreren Projekten der Frage, wie junge Menschen aus stationären Hilfen auf ihrem Weg in das Erwachsenenleben gut begleitet werden können. Zum einen wurden Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe zu ihren Erfahrungen und bewährten Praxen befragt, zum anderen wurde die Schnittstellenproblematik des Übergangs in andere Leistungssysteme bei Hilfeende beleuchtet. Auch Erkenntnisse der Care Leaver Forschung aus anderen Ländern wurden ausgewertet. Die Perspektive der Adressat/innen wurde mit Care Leavern in den Forschungsprozess mit einbezogen. Neben der Aufbereitung der Ergebnisse in Form der Publikation „Jugendhilfe – und dann“ für die Fachpraxis wurden für die Care Leaver selbst wesentliche Infos in Form einer Homepage und der Broschüre „Durchblick“ erarbeitet.

Nach einer Einführung bezüglich der Problematik der Care Leaver und der Darstellung wichtiger Forschungsergebnisse referierte Frau Sievers schwerpunktmäßig über Ansatzpunkte guter Praxis der Übergangsbegleitung und ging dabei auch auf strukturelle Voraussetzungen ein und stellte einzelne Modelle und methodische Ansätze aus Deutschland und anderen Ländern vor.

 

Referentin: Marion Muerköster, Jugendamtsleitung Kiel/Jugendberufsagentur

Bericht über die Arbeit der neu gegründeten Jugendberufsagentur in Kiel

Die Jugendberufsagentur verfolgt das Ziel, durch rechtskreisübergreifende Arbeit unter Beteiligung von Schulen und Berufsschulen zu erreichen, dass kein Jugendlicher verloren geht, auch nicht die Care Leaver und jede/r die Chance auf Ausbildung bekommt. 

Die Präsentationen der Referentinnen können sie hier herunterladen:

icon Care Leaver - Fachgespräch Jugendberufsagentur (405.55 kB)

icon Unterstützungsmodelle für Care Leaver - Britta Sievers (1.7 MB)

 

Weiterführende Links:

http://careleaver-online.de

https://www.careleaver.de

http://www.careleaver-kompetenznetz.de